Aktuelles/Archiv
„Große“ und „Kleine“ Gitarristen
Am Mittwoch, den 4. März um 18.30 Uhr stellen sich Profis des Gitarrenspiels, Lehrer der Musikschule Saarbrücken, im Festsaal des Rathauses vor. Das Konzert ist Teil einer Konzertreihe unter dem Titel „Gitarrenreise“, in der musikalische Ausflüge in die unterschiedlichsten Regionen der Welt gemacht werden.Damit wird auch die Verwurzelung der Gitarre in den verschiedenen Kulturen deutlich. Dieses Mal sind drei Gitarrenlehrer der Musikschule beteiligt:
- Eva Mörsdorf, die 1997 zunächst ihr Studium in den Fächern Blockflöte und Musikerziehung abschloss und im Jahre 2000 zusätzlich das Diplom für Gitarre (Musikerziehung) erworben hat.
- Michael Marx, der vielen als Mitglied der Band MARX ROOTSCHILT TILLERMANN bekannt sein dürfte und der häufig als Partner des Klezmer- Klarinettisten Helmut Eisel hervortritt. Da er zusätzlich auch als Solist in Konzerten mit eigener Musik zu hören ist, kann man mit Recht sagen, dass er mit allen gitarristischen Wassern gewaschen ist.
- Frank Brückner ist der Dritte im Bunde, den ich durch unsere gemeinsame Arbeit für den Deutschen Tonkünstlerverband sowie bei verschiedenen Treffen der Gitarrenlehrer des Verbandes kennengelernt habe. Er tritt gerne mit Dietmar Kunzler (Organisator der Dillinger Gitarrenmatineen) im Duo auf, so z. B. am 21.3. im Theater im Viertel (TIV). In ihren gemeinsamen Konzerten versuchen sie die Gitarre mit ihren Unterarten und verwandten Instrumenten vorzustellen. Im Rathaus-Festsaal wird Brückner allerdings als Solist zu hören sein.
Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.
Am Mittwoch, den 18. März kann man Brückner dann erneut erleben. Im Theater im Viertel präsentiert er sich als Leiter des Gitarrenensembles „Gitarrenclub“ der Saarbrücker Musikschule. Das Konzert steht unter dem Motto „querbeet“, womit schon angedeutet wird, dass die stilistischen Grenzen für dieses Kinder- und Jugendensemble weit gefasst sind. Hier kommen endlich einmal auch die zum Zuge, die sich zwar nicht professionell mit der Gitarre beschäftigen, deren Begeisterung für das Instrument deswegen aber nicht geringer sein muss.
Hier möchte ich auch einen Hinweis an alle jugendlichen Hobbygitarristen geben:
Schaut doch mal, was die im Gitarrenclub so machen und nehmt dafür auch ruhig eure Eltern mit. Auch Gitarristen, die nicht an der städtischen Musikschule Unterricht haben, sind in diesem Ensemble herzlich willkommen. Und für meine Schüler kann ich sagen, dass ich mich freuen werde, wenn ihr in einem Musikensemble mitspielen wollt, auch wenn es von einem anderen Gitarrenlehrer geleitet wird, und beim Einüben des notwendigen Notenmaterials gerne behilflich bin.
Nachlese „Gruber und Maklar“ und Ausblick auf „Gitarrenland 2015“
Am letzten Sonntag, den 18. Januar habe ich die Gelegenheit genutzt, das Gitarrenduo „Gruber und Maklar“ in Blieskastel zu hören. Schon einige Male durfte ich ein Konzert der beiden besuchen, aber diesmal war ich besonders beeindruckt. Obwohl ich einen der hinteren Plätze in diesem etwas ungünstigen Raum in der Blieskasteler Orangerie hatte (Der Saal ist sehr langgezogen und dabei recht schmal.), konnte ich jedes Detail ihrer Interpretation sehr gut hören, d.h. die beiden Spieler, die natürlich auch über hervorragende Instrumente verfügen, hatten keinerlei Probleme, den Raum mit Klang zu füllen. Das Zusammenspiel der Künstler war perfekt und trotz der immensen Schwierigkeiten der vorgetragenen Stücke voller Gelassenheit und Ruhe. Ihr Umgang mit den Instrumenten erscheint wie selbstverständlich und mit großer Leichtigkeit. Das Ausnutzen der klanglichen Möglichkeiten der Gitarre geschieht bei ihnen, als wäre es das Normalste der Welt. Man merkt, dass hier zwei Musiker am Werke sind, die auf dem Höhepunkt ihrer künstlerischen Leistungsfähigkeit stehen, die niemandem mehr etwas beweisen müssen und deshalb ohne äußeren Druck und mit viel Freude, die auf das Publikum überspringt, ihrem Spiel freien Lauf lassen können.
Anknüpfend an diesen Gedanken möchte ich nun noch auf ein weiteres Konzert hinweisen, in dem sich gleich vier Gitarristen präsentieren, die alle schon auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken können. Der auch international bekannte Gitarrist und Gitarrenlehrer an der Musikschule Kusel, Wolfgang Weigel, hat für das Jahr 2015 wieder ein interessantes Programm für das Musikfestival „Gitarrenland“ zusammengestellt. Das erste Konzert mit dem Titel „My Generation“ finde ich besonders reizvoll und möchte es Ihnen gerne ans Herz legen. Weigel selbst und drei seiner Weggefährten und Freunde, alle aus der gleichen Spielergeneration, bestreiten dieses Konzert jeweils mit solistischen Beiträgen. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, vier Solisten in direktem Vergleich zu erleben. Für mich ist hier die Frage interessant, was die Spieler gleichen Alters, aber völlig unterschiedlicher Herkunft, gemeinsam haben und worin ihre unterschiedlichen und einzigartigen Spielerpersönlichkeiten deutlich werden.
Wolfgang Weigel stammt aus Deutschland und ist in den neunziger Jahren durch verschiedene CD Veröffentlichungen mit zeitgenössischer spanischer Gitarrenmusik hervorgetreten. Er ist noch immer sehr aktiv als Konzertspieler, sowohl in der Kammermusik als auch als Solist. Carlos Bonell und Roberto Aussel sind international bedeutende Konzertgitarristen, wobei es Aussel mit seinen CD-Aufnahmen und Konzerten zu echtem Weltruhm gebracht hat. Der Vierte im Bunde, Maximo Diego Pujol, war mir bisher vor allem als argentinischer zeitgenössischer Komponist bekannt. Hier haben wir jetzt die besondere Gelegenheit, ihn auch als Interpreten, wahrscheinlich auch seiner eigenen Musik, zu erleben. Die drei anderen Spieler werden ebenfalls Stücke von Pujol vortragen, sodass wir einen umfassenden Einblick in sein Werk bekommen können. In den wenigen Musikstücken, die ich bisher von ihm gehört habe, meine ich Anklänge an wichtige Komponisten des 20. Jhds, wie Villa-Lobos und Leo Brouwer ,zu erkennen, und beobachte bei ihm die Fähigkeit, wirklich herzzerreißend schöne Melodien zu erfinden. Auch Einflüsse der populären Musik, wie des argentinischen Tangos, dem Jazz bis hin zur Rockmusik finden sich bei ihm. Die experimentelle und avantgardistische Musik Europas der letzten 50 Jahre scheint jedoch keinerlei Einfluss auf sein Schaffen zu haben. Eine Reihe seiner Werke sind in dem französischen Verlag Edition Henry Lemoine zu bekommen. (Dies für diejenigen, die sich selber daran versuchen wollen.)
Das Konzert findet am Samstag, den 21. Februar in der Aula des Christian- von- Mannlich- Gymnasiums in Homburg um 20 Uhr statt. Karten gibt es an der Abendkasse oder im Vorverkauf bei „ticket-regional“.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Entdecken des Komponisten Pujol und beim Vergleich der verschiedenen Künstlerpersönlichkeiten.
Gitarrenmatinee Dillingen
Allen Lesern dieser Seite wünsche ich ein gutes und gesundes Jahr 2015!
Schon in den ersten beiden Monaten gibt es einige Möglichkeiten, Gitarrenmusik auf hohem Niveau zu genießen.
Auf das Konzert von Gruber und Maklar hatte ich schon hingewiesen. Angeregt durch dieses Gitarrenduo stellte ich auch Überlegungen zu anderen Künstler- Paaren an. Der verbindende Gedanke war dabei, dass menschliche Nähe sich in vielen Fällen auch auf die gemeinsame künstlerische Leistung auswirkt. Daran möchte ich jetzt noch einmal anknüpfen.
Im Jahre 1976 kam der Gitarrenbauer Kazuo Sato auf Umwegen über England und Belgien ins Saarland, gründete hier eine Familie und blieb. Auch sein hier geborener Sohn Takeo konnte sich der Faszination der Gitarre, die für ihn zum täglichen Leben dazugehörte, nicht entziehen. Sicherlich erlebte er, wie sein Vater in der Werkstatt aus wertvollen Hölzern meisterhafte Instrumente baute, und ist auf diese Weise wahrscheinlich auch schon früh mit Künstlern in Kontakt gekommen, die diese Meisterinstrumente auch meisterhaft spielen konnten. Genau hier hat es offensichtlich „gefunkt“, denn Takeo zeigt eine beeindruckende Entwicklung als Gitarrenspieler und lehrt heute das Gitarrenspiel als Dozent einer eigenen Gitarrenklasse am Mozart-Zentrum für Musik der Universität Augsburg. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Liebe zu einem Instrument von einer Generation an die nächste weitergegeben wird, wenn auch unter anderen Vorzeichen.
Takeo Sato können Sie am Samstag, den 1.2.2015 um 10:30 Uhr im Cafe Reinhard in Dillingen hören. Es würde mich wundern, wenn im Publikum nicht auch Kazuo Sato säße und wenn nicht auch eine Sato- Gitarre in diesem Konzert eine wichtige Rolle spielte.
Ein kleiner Tipp noch zum Abschluss: Wenn Sie schon eine gute halbe Stunde vor Konzertbeginn im Cafe sind, besteht die Chance auf einen guten Sitzplatz in der Nähe der Bühne und Sie können noch ein leckeres Sonntagsfrühstück zu sich nehmen oder sich nach dem Konzert an der Kuchentheke nach einem passenden süßen Mitbringsel umsehen.
Das Konzert kostet übrigens keinen Eintritt; am Ende geht jedoch ein leerer Hut um, der gefüllt werden möchte. Viel Spaß beim Konzert!
Kulturprogramm Blieskastel
Das Kulturprogramm Blieskastels ist sehr vielseitig, wie man bei der Lektüre des Veranstaltungsplanes 2014/15 der Stadt sofort bemerkt. Auch die Konzertgitarre spielt hier regelmäßig im Kanon der Angebote für klassische Musik eine wichtige Rolle. Nach dem Konzert des Solisten Friedemann Wuttke, auf welches ich im ersten Beitrag „Aktuelles“ hingewiesen habe, mache ich jetzt auf Sonntag, den 18.1. 2015 aufmerksam. Um 17 Uhr gastiert wiederum in der Orangerie Blieskastel das Gitarrenduo Gruber- Maklar.
Es handelt sich um ein international bedeutendes Ensemble, welches seit 1984 besteht und, da beide Partner „musikalisch gleich schwingen und fühlen“ (Gruber), mittlerweile zu einer künstlerischen Einheit verwoben ist, die man in dieser Intensität nur selten findet. Der Ursprung dieser künstlerischen „Ehe“ dürfte während des gemeinsamen Musikstudiums bei Helmut Hehl in Augsburg gelegt worden sein. Vergleichbar im deutschsprachigen Raum ist vielleicht nur noch das „Amadeus- Guitar-Duo“, bestehend aus Dale Kavanagh und Thomas Kirchhoff. Diese sind in einer echten Ehe verbunden und konzertieren regelmäßig mit Gruber und Maklar als Gitarrenquartett. Alle vier Künstler sind häufig Gäste im Saarland. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass eine sehr enge persönliche Bindung, die über viele Jahre Bestand hat, auch eine hervorragende Grundlage für eine künstlerische „Fusion“ zu sein scheint. Zwei gute weitere Beispiele für diese These sind das aus Brüdern bestehende „Assad- Gitarren- Duo“ und, noch eine Steigerung ist möglich, das aus Zwillingsbrüdern bestehende „Duo-Katona“. Dieses zuletzt genannte Ensemble hörte ich vor Jahren bei einer Gitarren-Matinee in Dillingen und erinnere ich mich an ein perfektes, auswendiges (!) Zusammenspiel. Eine außergewöhnliche Leistung.
Besuchen Sie das Konzert von Gruber und Maklar, lassen Sie keine Ausreden gelten und nehmen Sie sich die Zeit für ein besonderes Ereignis. Vielleicht werden auch Sie noch nach Jahren gerne daran zurückdenken.
